Harlem Gospel Singers - Live At The Palladium

Harlem Gospel Singers - Live At The Palladium

Ihr Musikliebhaber kommt zusammen. Ihr Gläubigen und Ungläubigen räumt die Wohnzimmermöbel zur Flanke und schiebt die DVD der Harlem Gospel Singers in das Abspielgerät denn dieser Live-Mitschnitt des Kölner Konzertes fordert zum Mitswingen und Mitbewegen geradezu auf.
Wie himmlische Heerscharen erobern die vierzehn Chormitglieder mit ihrem Gospel-Train” die Showtreppe die sich rechts und links neben der Streifen auf der Bühne schmiegt. durchaus ihre Waffen sind neben ihrer tiefen Gläubigkeit ihre votieren ihre Musik und viel viel Soul. Reverend Charles L. Leyles und die Solistin Lydia Beaman (die Einzigen des Ensembles die nicht in den typisch weitfließenden gelb-blauen Kutten auftreten) machen von Anfang an klar dass hier nicht nur gebetet wird. Und nicht nur gesungen. diesfalls soll Gospel mit jeder seiner Facette gelebt werden.
Gospel heißt soviel wie Gottes Nachricht in Musik” doch wer jetzt nur an Bibel und beten denkt der sei gleich bekehrt denn Gospel ist weit mehr als ein musikalisches Gebet. Gospel ist die Quell der schwarzen Musik” in den Vereinigten Staaten: Negermusik Blues Swing R’n'B … das alles lässt sich im Gospel wieder finden.
Wenn Mintzy Berry diese um die 50 Jahre alte zierliche Gattin gleich am Beginn wie ein Irrwicht mit ihrem Medley über die Bühne fegt dann kann man leicht vergessen dass diese Heer 1991 von Monarchin Esther Marrow gegründet wurde um jungen und begabten Afroamerikanern die Chance zu geben Okzident kennen zu lernen und ihre Musik den Weißen näher zu bringen. noch mag Mintzys ehemalig dieser ursprünglichen Intention widersprechen - ihre Wahlstimme tut das nicht. Glockenrein erklingen da die jugendlichsten Töne in die sich nach und nach eine selige Rauchigkeit mischt. Mit krächzigen klingeln klettert ihre Stimme in die hohen Lagen dabei verzieht sie das Gesicht und lehnt ihren kleinen Leib weit nach hinten. Mintzy Berry lässt sich zusammen mit dem restlichen Gesangsgruppe ohne einplanen in die Töne fallen. andauernd und immer wieder kopieren sie einzelne Phrasen und Melodien. Was normalerweise nach dem fünften Mal nervig werden könnte ist hier nur faszinierend denn je häufiger die Wiederholung desto intensiver das Gefühl. Da lässt nichts nach da wird von keinem Sänger abgeschwächt.
Und egal bei welchem Lied bei welchem allein und bei welchem Gruppengesang - der Chor bildet eine Einheit. Sie alle sind starke Gesangssolist aber sie stellen sich nicht heraus. auch Richard Bellazzin gelingt es mit seinem markanten Basso Profundo sich dem Chorklang anzupassen. Das scheint gerade nach The Time is now” wo er mit tiefer tiefer Sprechstimme über den richtigen Zeitpunkt des Glaubens erzählt schwer vorstellbar da solch ein sonores Körperteil immer leicht herauszuhören ist. dennoch Bellazzin kennt den Tonkörper des Chores - ist er doch als Einziger seit 1991 dabei. Er weiß wie er seine Artikulation anpassen wie er Akzente setzten wie er dem Ton dienlich sein kann.
Doch die Horde weiß sich auch gekonnt in Szene zu setzten. alle Chor braucht einen Star. Bei den Harlem Gospel Singers ist es Lydia Beaman. Divenhaft nimmt sie für kurze Auftritte die Bühne ein spreizt gekonnt ihre langen Fingernagel und entlockt ihrer Schlund soulige Töne. Mag man anfangs noch an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln so werden bei der Ballade Place in the Valley” alle bedenken beiseite gefegt. Die tiefe Empfindsamkeit der samtigen Tonkunst hinterlässt nichts als wohlige Schauer. leise wird es im Saal und erst der Darstellung von Reverend Charles R. Leyles zieht das Schnupftuch der Show wieder an. unverschämt fordert er den Region am Klimperkasten ein um Joy” anzustimmen. restlos schneller spielt er die Rhythmen und heizt so Chor und Zuschauer an. Auf dem temporeichen Highlight gleicht die Podium einem Hexenkessel. Die Artist spielen und singen sich in Verzückung tanzen wilde Schrittfolgen und animieren das Beobachter zu einem spontanen Wechselgesang. Allen voran der Chorleiter David A. Tobin der mit seinen zuckenden und energiegeladenen Bewegungen Whoopi Goldberg als swingender Nonne in Sister Act” harte Wetteifer macht.
Mit dieser begeisterten Windsto an Lebenslust werden die Betrachter nach einer Stunde religiöser Feierlichkeit in die Unterbrechung entlassen. Standen im ersten Fetzen ältere und neue Gospellieder im Vordergrund so bezieht sich der zweite Teil des Abends auf die Ursprünge der schwarzen Töne und gibt dann einen zeitgenössischen Aussicht auf die weltlichen Aspekte. verloren sind die Kirchenkutten - die Sänger treten jetzt in schwarzen Abendkleidern und blauen Anzügen auf. Mit einem Spiritual-Medley erinnern die Harlem Gospel Singers an die Wurzeln ihrer Tonkunst an ihre Altvorderen die sich als Sklaven heimliche Fluchtbotschaften in Fasson von Gesängen zukommen ließen. au reizvoll erklingt das Spiritual Swing low sweet Chariot”. Cassandra White meistert mit ihrem reinen lyrischen Sopran die gewaltigen Höhen dieses Stückes während Richard Bellazzin mit seinem Bass das Lied gefühlvoll zu erden scheint.
Beseelt von diesen alten hinweisen findet der Chor nur langsam wieder ins dort und jetzt zurück. jeder zaghaft und schlicht erklingen die ersten Tonkunst von Free”. frühest nach und nach fließen lateinamerikanische Rhythmen ein machen den Lied beweglich und lebendig. Und spätestens ab dem Musikstück Walking in Memphis” wird klar dass sich auch weltliche Melodien mit der Religiosität des Gospels vereinigen lassen. Was hier zählt ist die diplomatische Vertretung der Klänge und nicht ihr Ursprung.
So wird die Bühne wieder zur Partyzone erklärt. Mit ungeheurer Kinderspiel swingt der Gesangsgruppe über die Bretter und lässt vergessen was für harte Arbeit hinter dieser perfekten Show steckt. jemand Ton sitzt jede Regung ist absolut synchron. In den gesamten zwei stunden ist nicht ein Fauxpas zu erkennen. Nur die pure Vitalität und Hingabe zur Klänge und zu Gottheit sind zu spüren. zusätzlich im zweiten Fetzen wird nach und nach das Schnelligkeit gesteigert bis die Tüchtigkeit in dem Lied Testamony” wieder explodiert.
Spätestens hier kann man den der Harlem Gospel Singers erkennen denn ihre Töne ist nicht nur etwas für Gläubige. unverändert ist Testamony” inhaltlich als gigantisches Kredo angelegt aber das wird einem nicht gepredigt sondern lediglich angeboten. für den Fall, dass man es ablehnt dann bleibt einem die temperamentvolle Musik die einen nicht ruhig auf den Luft sitzen lässt. jene vierzehn Volk auf der Speicher reißen einen dermaßen mit dass man sich einfach bewegen muss.
Zwangloser Vertrauen Leidenschaft und hingebungsvolle Leidenschaft zur Musik gepaart mit einer perfekt unterhaltsamen Show - besser hätte Gott selbst es nicht erschaffen können.

Dieser kauf lohnt sich wirklich

Super geil!

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