Blue Velvet

Blue Velvet

Ein Freund der “Blue Velvet” für einen großartigen Streifen und David Lynch für einen großartigen Spielleiter hält fragte mich kürzlich bei einer Diskussion:
“Worauf zielt “Blue Velvet” bzw. was kritisiert er und prangert Lynch mit dem Film an?”

Daraufhin habe ich mir mal Gedanken gemacht.
Ich denke Lynch will mit “Blue Velvet” in die tiefsten seelischen Abgründe seiner Protagonisten eintauchen das ganze verpackt er gleichzeitig in die muffelige Schwiemeligkeit eines kleinen unscheinbaren und spießigen Vorortes.
Ich denke er will damit zeigen dass auch oder gerade in diesen kleinen spießigen Vororten die düstersten abstoßendsten Gelüste und Obsessionen lauern. wohl im Verborgenen aber sie sind vorhanden.
Lynch gräbt also in der unscheinbaren Fassade der sauberen amerikanischen “Suburbs” und will uns zeigen was unter der Aussehen alles lauern kann eine düstere Welt aus sexuellen Obsessionen und Vehemenz jedenfalls ist das meine Hinsicht von “Blue Velvet”.

Das Problematik was sich hierbei ergibt ist dass Lynch sich nicht traut das ganze Dingens voll durchzuziehen.
Er verpackt das Ganze in eine Verspottung seine Inszenierung macht “Blue Velvet” eher zu einer Lachnummer. So als ob er selber sagen wollte “Keine Angst so schlimm ist es auch wieder nicht.”
Das ist besonders für Isabella Rosselini sehr bitter denn sie spielt eine Rolle von der die meisten Schauspielerinnen lieber die Finger gelassen hätten. Sie wird gedemütigt rumgeschubst degradiert.Und trotzdem spielt sie ihre Abschnitt großartig.
Wenn eine Schauspielerin sich so auf der Leinwand so dermaßen runterputzen lässt vollkommen entblößt dann sollte man ihr eigentlich wünschen dass das Ganze in einem wirklich ernstzunehmenden Film geschieht.

Und da liegt der Knackpunkt.
Lynch selber distanziert sich meiner Auffassung nach zu sehr von dem Film. Er macht ihn mit seinen kleinen Gimmicks und blöden Gags zu einer surrealen Satire allerdings ungewollt. Und wenn der künstlerischer Leiter seinen Streifen nicht ernst nimmt soll der Betrachter ihn dann ernst nehmen?
“Uhrwerk Orange” ist mit Neigung zu einer ätzenden und surrealen Satire geworden Lynch scheitert allerdings weil er sich offenbar nicht ganz entscheiden kann was er denn nun will.
Für einen ernstzunehmenden Fotofilm ist “Blue Velvet” erstens zu billig inszeniert und zweitens traut sich Lynch nicht in den Tiefe den er zu öffnen versucht vollends einzutauchen weil er sich selbst durch vermeindlich clever Nebengags zu sehr vom Angelegenheit distanziert. sein theatralische Vorstellung hat hier genau das gegenteil von “Uhrwerk Orange” erreicht nämlich dass man den Sendung einfach nicht ernst nehmen kann.
Das ist sehr schade man möchte fast meinen dass Lynch dem Zuschauer einfach nicht zu viel zumuten möchte als ob er sich nicht traut das ganze Wette tatsächlich ernsthaft weiterzuspielen.
So präsentiert er uns zwar seelische Abgründe und sexuelle Obsessionen in einer sauber geleckt wirkenden soziale Umgebung kratzt dabei aber dann doch wieder nur an der Präsenz und versüßt das ganze Aspekt durch Surrealismus und Distanzierung.

Und dann weiß ich nicht was schlimmer ist:
Jemanden auf der Wandschirm herumzuschubsen zu entblößen und zu erniedrigen oder sich danach zurückzulehnen und das Ganze auch noch lustig zu finden?

Es ist im Zeitpunkt sehr hip sehr populär David Lynch zu mögen. Die pseudointellektuelle Möchtegern-Elite hat ihn zu einer Kultfigur gemacht.
Ein guter Regisseur ist er deswegen aber noch lange nicht also tut mir den vergöttern und springt nicht auf mit diesen Holzweg auf bloß weil man Lynch heutzutage offensichtlich mögen muss.
Er ist nichts weiter als ein untalentierter Möchtegern-Kubrick.
Und jetzt darf die pseudointellektuelle Möchtegern-Elite unten gern auf “nein” klicken….

Super geil!

In Blue Velvet wirft David Lynch einen Ansicht hinter die weißen Palisadenzäune Kleinstadt-Amerikas und bringt eine korrupte Schattenwelt aus Gehässigkeit Sadismus und Wahnsinn zum Vorschein. gleichgültig von der Eröffnungsszene an verwandelt er die Postkartenbilder von Mittelklasse-Eigenheimen und von Bäumen gesäumten Straßen in eine traumartige Imagination die an einen Alptraum grenzt.

weil sein Vorfahren in einer geradezu übernatürlich gruseligen Sequenz zusammenbricht kehrt ein College-Student (Kyle MacLachlan) nach Hause zurück und findet durch Möglichkeit auf einem leeren Grundstück ein abgeschnittenes menschliches Ohr. Mit der Förderung eines unschuldig-süßen Highschool-Mädchens (Laura Dern) wird er zum Nachwuchsdetektiv und gerät in eine erschreckende jedoch aufregende Globus von Voyeurismus und Sex. Er wird immer tiefer in die brutale Welt des Drogendealers und Erpressers Frank hineingezogen der wie vom Irrsinn getrieben von einem Obszönitäten brüllenden Dennis Hopper gespielt wird. Konfrontiert mit reiner unerklärlicher Bösartigkeit verliert er seine Unschuld und seine moralische Orientierung. ein auf geradezu erschreckende vernünftig verzweifelte Isabella Rossellini ist Hoppers Sexsklavin und wird zu MacLaughlins heimlicher Geliebten während sich Dean Stockwell durch seine Teilung als Hoppers angeblich weltmännischer Grubenarbeiter schnurrt.

Lynch verleiht seinen surrealen Motiven eine strenge gespenstische Bescheidenheit die der Komponist Angelo Badalamenti mit seinem sanft-unheimlichen Soundtracks noch unterstreicht. Blue Velvet ist ein beunruhigender Belag der in die tiefsten Bereiche psychosexueller Brutalität vordringt und damit nicht jedermanns Gout sein dürfte. allerdings für jemand der sehen will wie die Fundamente der Welt des Kinos erschüttert werden bietet David Lynch ein albtraumhaftes Meisterwerk.

Dieser kauf lohnt sich wirklich

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